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Taiji für Gleichgewicht und Sturzprävention

Die stärksten wissenschaftlichen Belege für Taiji gibt es im Bereich Gleichgewicht und Sturzprävention. Das ist für gesundes Altern besonders wichtig.

Warum Stürze so folgenreich sind

Stürze gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im Alter. Ein Sturz kann Knochenbrüche, Krankenhausaufenthalte, Schmerzen und den Verlust von Selbständigkeit nach sich ziehen. Mindestens ebenso belastend ist oft die Angst vor einem neuen Sturz. Wer sich aus Angst weniger bewegt, verliert Kraft und Sicherheit. So kann ein Teufelskreis entstehen.

Was Taiji hier besonders macht

Taiji trainiert genau die Fähigkeiten, die für sicheres Gehen wichtig sind. Fast jede Bewegung enthält Gewichtsverlagerung. Die Füße werden bewusst gesetzt. Der Körper lernt, aus der Mitte heraus stabil zu bleiben. Viele Bewegungen erfolgen in leicht gebeugter Haltung, wodurch Bein- und Hüftmuskulatur gekräftigt werden. Gleichzeitig bleibt die Belastung sanft und gut dosierbar.

Balance ist mehr als Muskelkraft

Sicheres Stehen und Gehen entstehen aus dem Zusammenspiel von Muskeln, Gelenken, Gleichgewichtssinn, Sehen, Aufmerksamkeit und Körperwahrnehmung. Taiji spricht diese Bereiche gleichzeitig an. Besonders wichtig ist die Propriozeption, also die Wahrnehmung, wo sich Füße, Beine, Rumpf und Arme im Raum befinden. Je besser diese Wahrnehmung, desto präziser kann der Körper auf kleine Schwankungen reagieren.

Vertrauen in die eigene Bewegung

Studien berichten nicht nur über bessere Balance, sondern auch über mehr Vertrauen in die eigene Bewegungsfähigkeit. Das ist entscheidend. Menschen, die ihrem Körper wieder mehr zutrauen, bewegen sich freier. Dadurch werden Kraft, Beweglichkeit und Alltagssicherheit weiter gefördert. Taiji kann helfen, aus der Schonhaltung herauszufinden - Schritt für Schritt und ohne Überforderung.

Für wen ist das interessant?

Besonders geeignet kann Taiji für ältere Menschen sein, für Personen nach längerer Inaktivität, für Menschen mit Unsicherheit beim Gehen oder für alle, die ihre Balance verbessern möchten. Es geht nicht darum, schwierige Figuren perfekt auszuführen. Entscheidend ist regelmäßiges Üben von Stand, Gewichtsverlagerung, Aufmerksamkeit und ruhiger Bewegung.

Warum sich die Wissenschaft heute für Taiji und Qigong interessiert

Taiji und Qigong sind laengst nicht mehr nur traditionelle Bewegungskuenste. Moderne Forschung untersucht, wie Bewegung, Aufmerksamkeit, Atmung und Koerperwahrnehmung zusammenwirken koennen.

Ein neuer Blick auf alte Uebungswege

Taiji und Qigong stammen aus der chinesischen Tradition. Viele Menschen verbinden damit langsame Bewegungen, innere Ruhe und eine besondere Form der Koerperwahrnehmung. Inzwischen interessieren sich jedoch auch Medizin und Gesundheitswissenschaft intensiv für diese Praxis. Der Grund ist einfach: Taiji und Qigong sprechen nicht nur einen einzelnen Muskel oder ein einzelnes Organ an. Sie verbinden Bewegung, Aufmerksamkeit, Atmung, Gleichgewicht, Koordination und Entspannung zu einer ganzheitlichen Uebungsform.

Mind-Body-Medizin statt Entweder-Oder

In der modernen Mind-Body-Medizin geht es darum, Koerper und Psyche nicht getrennt zu betrachten. Stress kann Schlaf und Immunsystem beeinflussen. Schmerzen koennen die Stimmung veraendern. Bewegungsmangel kann Gleichgewicht und Selbstvertrauen schwaechen. Umgekehrt koennen regelmaessige Bewegung, Achtsamkeit und soziale Einbindung viele gesundheitsrelevante Prozesse guenstig anstossen. Taiji und Qigong sind daher fuer die Forschung besonders spannend: Sie sind keine reine Gymnastik und keine reine Meditation, sondern eine Kombination aus beidem.

Salutogenese: Was hält gesund?

Klassische Medizin fragt haeufig: Was macht krank, und wie behandeln wir diese Krankheit? Praevention stellt eine zweite Frage daneben: Was haelt gesund? Dieses Denken wird als Salutogenese bezeichnet. Taiji passt gut in diese Perspektive, weil es Ressourcen staerken kann - etwa Gleichgewicht, Beweglichkeit, Koerpervertrauen, Stressregulation und Lebensqualitaet. Genau deshalb werden qualitaetsgesicherte Praeventionskurse in Deutschland auch von vielen gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, wenn sie von anerkannten Kursleitenden angeboten werden.

Was wird untersucht?

In den letzten Jahren ist die Zahl wissenschaftlicher Arbeiten zu Taiji und Qigong deutlich gewachsen. Untersucht werden unter anderem Sturzpraevention, Gleichgewicht, chronische Schmerzen, Kniearthrose, Schlaf, Stress, Depression, Angst, Herz-Kreislauf-Gesundheit, Atmung, kognitive Leistungsfaehigkeit und Lebensqualitaet. Besonders wichtig ist dabei die nuechterne Sprache der Wissenschaft: Nicht jede traditionelle Vorstellung ist bewiesen. Nicht jede Wirkung ist gleich gut belegt. Aber es gibt Bereiche, in denen die Evidenz inzwischen bemerkenswert stark ist.

Was bedeutet das fuer Teilnehmende?

Für Menschen, die Taiji kennenlernen moechten, ist die Botschaft ermutigend. Man muss keine Akrobatik beherrschen, keine sportliche Vorgeschichte mitbringen und auch keine besondere Weltanschauung uebernehmen. Entscheidend ist die regelmäßige, gut angeleitete Praxis. Wer langsam, aufmerksam und angepasst übt, kann Schritt für Schritt erfahren, wie Bewegung, Ruhe und Wahrnehmung zusammenfinden.

Taiji & Qigong bei Fibromyalgie – was sagt die aktuelle Forschung?

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse untersuchte die Wirkung traditioneller chinesischer Bewegungsformen wie Taiji und Qigong bei Fibromyalgie. Insgesamt wurden 15 randomisierte kontrollierte Studien mit 936 Teilnehmenden ausgewertet. Die Analyse wurde im renommierten British Medical Journal publiziert (Wang X., Luo H. (2024). BMC Musculoskeletal Disorders).

Taiji und Qigong schnitten besser ab als Standardbehandlung oder konventionelle Bewegung.

Zentrale Ergebnisse

  • Schmerzlinderung:
    Die Beschwerden gingen signifikant zurück.
  • Besserer Schlaf:
    Die Schlafqualität verbesserte sich deutlich.
  • Weniger Angst und Depression:
    Auch psychische Symptome nahmen signifikant ab.

Taiji und Qigong verbinden langsame, gelenkschonende Bewegungen mit bewusster Atmung sowie innerer Ruhe und Konzentration. Dadurch werden die Körperwahrnehmung verbessert, Stress reduziert und das Nervensystem reguliert. Die Übungen sind besonders geeignet für Menschen mit chronischen Schmerzen, Erschöpfung, Schlafproblemen oder innerer Unruhe und können auch im höheren Alter gut praktiziert werden.

Insgesamt stellen Taiji und Qigong wissenschaftlich gut untersuchte, sichere und wirksame Methoden dar, um bei Fibromyalgie Körper und Psyche gleichzeitig zu unterstützen.

Whole Person Health: Gesundheit des ganzen Menschen

Mehr als ein Symptom

Wenn wir über Gesundheit sprechen, denken wir oft an einzelne Beschwerden: Rücken, Blutdruck, Schlaf, Knie, Stress. In Wirklichkeit hängen diese Bereiche jedoch eng zusammen. Wer schlecht schläft, bewegt sich oft weniger. Wer Schmerzen hat, verliert manchmal Vertrauen in den eigenen Körper. Wer dauerhaft angespannt ist, atmet flacher, regeneriert schlechter und reagiert empfindlicher auf Belastungen.

Was bedeutet Whole Person Health?

Der Begriff Whole Person Health lässt sich als Gesundheit des ganzen Menschen übersetzen. Gemeint ist ein Blick auf das Zusammenspiel von (verschiedenen) körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren. Gesundheit entsteht nicht isoliert in einem Organ. Sie entwickelt sich aus Bewegung, Schlaf, Ernährung, Stressregulation, sozialen Kontakten, Selbstwirksamkeit und Sinn. Diese Sichtweise ist nicht esoterisch, sondern entspricht einer modernen, systemischen Gesundheitsforschung.

Warum Taiji in dieses Konzept passt

Taiji ist eine sogenannte multimodale Intervention. Das bedeutet: Mehrere gesundheitsrelevante Faktoren werden gleichzeitig angesprochen. Beim Üben trainieren wir Gleichgewicht und Beinmuskulatur, aber auch Aufmerksamkeit, Atmung, Koordination und Körperwahrnehmung. In der Gruppe kommt soziale Unterstützung hinzu. Die langsamen Bewegungen erlauben es, innere Spannungen zu bemerken und zu regulieren.

Körper und Wahrnehmung wirken zusammen

Zwei Begriffe sind hier besonders wichtig: Propriozeption und Interozeption. Propriozeption bezeichnet die Wahrnehmung der eigenen Körperlage und Bewegung im Raum. Interozeption meint die Wahrnehmung innerer Vorgänge wie Atmung, Herzschlag, Spannung oder Ruhe. Taiji schult beides. Wer sein Gewicht bewusst verlagert, seinen Stand spüren lernt und Bewegungen mit ruhiger Aufmerksamkeit begleitet, entwickelt ein feineres Gespür für den eigenen Körper.

Ein praktischer Nutzen im Alltag

Whole Person Health bleibt kein abstrakter Begriff. Sie zeigt sich im Alltag: sicherer gehen, leichter aufstehen, ruhiger reagieren, besser abschalten, den Körper als verlässlich erleben. Genau hier liegt die Stärke von Taiji. Es geht nicht darum, eine perfekte Form vorzuführen. Es geht darum, viele kleine Regulationsfähigkeiten zu üben, die im Alltag gelebt werden können.

Das Interstitium und Qi – alte Vorstellungen, neue Forschung

Ein aktueller Artikel der The New York Times beschreibt das sogenannte Interstitium: ein System flüssigkeitsgefüllter Räume im menschlichen Körper. Es bildet neben Herzkreislaufsystem und Lymphsystem ein drittes System, in dem Flüssigkeiten Zellen transportiert werden können. Das Interstitum befindet sich zwischen Geweben, Organen, Muskeln und Gefäßen und könnte eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher angenommen. Wobei man sich "Flüssigkeit" im Fall des Interstitiums eher als Gel vorstellen kann.

Lange Zeit wurde das Interstitium in der klassischen Histologie kaum erkannt. Erst moderne bildgebende Verfahren machten sichtbar, dass es sich um ein dynamisches Netzwerk aus Bindegewebe, Kollagenfasern und Flüssigkeit (Gele, zB Hyaluron)  handelt.

Forscher vermuten heute verschiedene Funktionen:

  • Stoßdämpfung und Schutz beweglicher Gewebe,
  • Transport von Flüssigkeit und Signalstoffen,
  • Beteiligung an Immunprozessen,
  • Ausbreitung von Entzündungen oder Tumorzellen.

Spannend und Logisch ist die Vorstellung des Körpers als eines kontinuierlich verbundenen, elastischen und flüssigkeitsdurchströmten Systems.

Im Artikel wird auch ein chinesischer Spezialist zitiert, der sinngemäß sagt, man kenne diese Zusammenhänge „seit 4000 Jahren“. Gemeint ist dabei sicher nicht das Interstitium im anatomischen Sinn, sondern traditionelle Vorstellungen der chinesischen Medizin von einem den Körper verbindenden Netzwerk und dem Fluss von Qi.

Hier sehen manche Forscher interessante Parallelen zwischen modernen Erkenntnissen über Faszien, interstitieller Flüssigkeit und mechanischer Signalweiterleitung einerseits sowie traditionellen östlichen Körpermodellen andererseits.

Für körperorientierte Methoden wie Taiji und Qigong ist diese Sichtweise besonders interessant: Langsame, achtsame Bewegung, Atemregulation und feine Haltungsveränderungen beeinflussen nicht nur Muskeln und Gelenke, sondern  auch die mechanischen und hydraulischen Eigenschaften des Bindegewebes.

Unser Bild vom menschlichen Körper wird zunehmend dynamischer – weg von starren Einzelteilen hin zu einem lebendigen Netzwerk aus Struktur, Bewegung und Flüssigkeit.

Quelle: Artikel der New York Times vom 11. Mai 2026 zum Thema Interstitium.

Das war der Welt Taijitag am 25.4. 26 in Iserbrook

Am Welt-Taiji-Tag lade ich Dich herzlich zu einer kostenlosen Infostunde mit praktischen Übungen ein. Taiji ist eine sanfte, fließende Bewegungskunst aus China, die seit Jahrhunderten zur Förderung von Gesundheit, innerer Ruhe und Stabilität praktiziert wird. Heute wird Taiji weltweit auch wissenschaftlich untersucht – Studien zeigen positive Effekte auf Stressregulation, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Schmerzempfinden und Wohlbefinden. In dieser Stunde erfährst Du:

•  warum langsame Bewegungen eine starke Wirkung haben

•  wie Taiji Körper und Nervensystem unterstützt

•  welche Rolle Aufmerksamkeit, Atmung und innere Vorstellung spielen

•  wie Taiji im Alltag helfen kann, gelassener und stabiler zu bleiben

Wir üben gemeinsam, ich werde aber auch Hintergrundinformationen zur Wirkung geben. Die Stunde ist für jedes Alter geeigntet, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich und Du kannst auch im Sitzen üben.Die Stunde bietet Raum zum Fragen, Üben und Kennenlernen. Bitte komm in bequemer Kleidung. Die Stunde findet im Übungsraum in Hamburg Iserbrook statt. 

Ich biete 2 Einheiten mit je 10 Plätzen an, um 13:00 und um 14:00 Uhr. Bitte  reserviere Deinen Platz anja@tares.org dann gibts mehr Infos per email.

Taiji kann man überall machen

W. beim Formlauf auf der Terrasse von Freunden am Tegernsee. Der Blutzucker ist zu hoch. Eine Runde Taiji bringt alles mögliche ins Gleichgewicht, und auch den Blutzucker. P. beim Taiji in Thailand am Strand. Taiji üben in der Natur ist besonders schön und intensiv. Mit dem Blick nach innen und aussen gerichtet fühlt man sich leicht eins mit der Natur. Du spürst Dich, aufgespannt zwischen Himmel und Erde als Teil des Großen Ganzen, der Natur. Macht alleine Spass, macht in der Gruppe Spass. Immer verfügbar, ohne Zubehör. Herrlich.

San Bao Schule für Taiji und QiGong

Taijiquan ist ein Weg. Mit meinem  ZhaoBao Taiji und QiGong Ausbilder Christian am 28.1.2026. nach bestandener Prüfung zum nächsten Grad im Zhaobao Curriculum. Kurz vor meinem 62. Geburtstag… ✅

Zeit Artikel zu Komplementärmedizin

In der aktuellen Zeit ist ein Artikel über Alternativmedizinische Verfahren, welcher auch Taijiquan erwähnt. Der Autor schreibt leider fast nur über "Alternativmedizin".

Mir ist wichtig festzuhalten, dass Taijiquan im medizinischen Kontext als KOMPLEMENTÄRES  (nicht alternatives)  Verfahren empfohlen wird, zB in der S3 Leitlinie zur Komplemtärmedizin bei onkologischen Erkrankungen.

Das besondere am Taijiquan ist, dass wir sowohl Körper als auch Geist (Aufmerksamkeit) schulen. Diese Kombination ist die Grundlage der Wirkung des Verfahrens. Ich erkläre die Grundlagen der Wirksamkeit von Taijiquan hier Wie wirkt Taiji und im Kurs sprechen wir auch dazu.

Danitan QiGong mit  Meister Li Jiacheng

Ich hatte die außergewöhnliche Gelegenheit, bei Meister Li Jiacheng aus den Zhongnan-Bergen in der Praxis von Annette Jonas in Holm bei Hamburg Qigong zu üben.

Die Zhongnan Berge gelten als Herzland des Daoismus – jener Ort, an dem der Sage nach Laozi das Daode jing übermittelte. Seit Jahrhunderten ziehen die Zhongnan-Berge Weise, Mönche und Heiler an und beherbergen zahlreiche daoistische Tempel.

Meister Li Jiacheng, ein Daoist der 22. Longmen-Generation und Abt des Anle gong, führt dort die Tradition fort. Meister Li widmet sich der Verbreitung der spirituellen Praktiken des Jin Dan Dao – der „Goldenen-Elixier-Praxis“ – und bietet Schulungen in Selbstkultivierung, daoistischer Medizin, Meditation und Qigong an.

Wir haben in etwa vier Stunden das Dantian QiGong praktiziert. Aussen Ruhe- innen Bewegung. Nach fast 3 Stunden stehen, war ich froh, dass die letzte Stunde im Sitzen stattfand. Eine intensive Erfahrung, die auch die bewegte Meditation des Taijiquan- aussen Bewegung und innen Ruhe - bereichert. Danke Annette für die Organisation.

Komplementärmedizin bei Krebs

Komplementärmedizin kann konventionelle Krebstherapien sinnvoll ergänzen. Wer Krebs hat, mag es oft nicht auf der konventionellen onkologischen Therapie beruhen lassen und sucht Mittel und Wege, seine Genesung zu unterstützen. Doch nicht alle selbstgewählten Extras sind hilfreich.Seit 2021 gibt es eine S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“, die 2024 aktualisiert wurde. 

Das empfiehlt die Leitlinie:

…bei Ein- und Durchschlafstörungen:

Mit Bewegung lässt sich Schlafstörungen entgegenwirken, und es gibt eine „Sollte“-Empfehlung speziell für Tai Chi/Qigong für die Zeit während und nach Abschluss einer Chemo-/Strahlentherapie. „Kann“-Empfehlungen gelten für Akupunktur, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-based Stress Reduction, MBSR), sowie Yoga und anthroposophische Komplexbehandlung speziell für Brustkrebspatientinnen.

…bei Fatigue:

Auch hier hat Bewegung einen nachgewiesen hohen Stellenwert. Für körperliche Aktivität und Sport gibt es sogar eine „Soll“-Empfehlung. Tai Chi/Qigong und Yoga sollten ebenfalls betrieben werden, Kann-Empfehlungen gibt es für Akupunktur, Akupressur, Ginseng, MRSB, anthroposophische Komplexbehandlung und ärztlich geleitete individualisierte multimodale komplementärmedizinische Therapieangebote für Mammakarzinom-Patientinnen.

Baduanjin Wochenende in Hamburg 

Wir hatten ein lehreiches Wochenende 18. und 19. Oktober 2025 mit Frau Dr. med. Hanne-Doris Lang. Zum zweiten Mal haben wir uns  im  Rahmen eines Seminars der Medizinischen Gesellschaft für QiGong Yangsheng intensiv mit den 8 Brokaten (Baduanjin) beschäftigen. Viele meiner Kursteilnehmer haben die 8 Brokate schon mit mir geübt und ich freue mich sehr, mein Wissen in diesen zweit Tagen weiter vertiefen zu können. Doris versteht es hervorragend die traditionelle Kunst in heutige medizinische Praxis und aktuelles Wissen überzuleiten und des Übungsset macht einfach Spass und ist gut für den ganzen Körper und Geist. Ich mache es gern als "Morgengymnastik".

Text

Auf der Abbildung oben ist eine alte Darstellung der 

Ba Duan Jin“ (八段錦 – Acht Brokate), einer der ältesten und bekanntesten Qigong-Übungsreihen aus China dargestellt. Von Oben links nach unten rechts:

 双手托天理三焦
„Mit beiden Händen den Himmel stützen, um die drei Erwärmer zu regulieren.“

 左右开弓似射雕
„Den Bogen nach links und rechts spannen, als wolle man auf einen Adler schießen.“

 调理脾胃须单举
„Die Milz und den Magen regulieren, indem man einen Arm hebt.“

 五劳七伤向后瞧
„Gegen fünf Überanstrengungen und sieben Verletzungen nach hinten schauen.“

 摇头摆尾去心火
„Den Kopf schütteln und den Schwanz (das Steißbein) bewegen, um das Herzfeuer zu beruhigen.“

 两手攀足固肾腰
„Mit beiden Händen die Füße greifen, um Nieren und Taille zu stärken.“

 攥拳怒目增气力
„Die Fäuste ballen und zornig blicken, um Energie und Kraft zu stärken.“

 背后七颠百病消
„Hinter dem Rücken auf die Fersen steigen, um hundert Krankheiten zu vertreiben.“

Der DGIM (Deutsche Gesellschaft für innere Medizin)  in Wiesbaden Anfang Mai 2025 stand dieses Jahr unter dem Thema  "Resilienz". Das ist ein schönes Thema für Taijiquan. Wir entwickeln neben Kraft, Flexibilität und Balance eben auch Resilienz. Wir trainieren unsere Selbstwirksamkeit, um unseren Körper und Geist in den jeweils individuell bestmöglichen Zustand zu bringen. Ich habe viel gelernt über Stress, Ernährung, Mikrobiom und vieles mehr. 4 intensive Tage.  

Taijiquan im Lichte der Wissenschaft. Man lernt nie aus. Danke an das Team des Osher Center for integrative Health.